Kassamarkt Sorge um Qualitäten wächst

In Hessen stehen regional noch 50 Prozent des Weizens und der Sommergerste auf dem Halm. In der Regel ist die Ware reif.  Immer wieder einsetzender Regen verhindert den Drusch. Das Interesse an A-Weizen nimmt zu.

Während in Regionen im Südwesten Deutschlands die Getreideernte bereits abgeschlossen wurde, steht beispielsweise in Teilen Hessens noch etwa die Hälfte von Weizen und Sommergerste auf dem Halm. Das Getreide ist in der Regel reif. Während bisher noch mit relativer Gelassenheit auf die zu erntenden Qualitäten geschaut wurde, nimmt die Sorge im Moment bei den immer wieder auftretenden Niederschlägen zu. Aktuell werden bei Proben im Weizen allerdings noch Fallzahlen von 270 Sek. gemessen. Die Trocknungskosten gilt es allerdings zu kalkulieren. Bisher wurden beispielsweise im Raum Limburg beim Weizen Erträge von 6,0 bis 9,0 t/ha eingefahren. Das Hektolitergewicht war in Ordnung. Die Proteinwerte streuen von 9 bis 14 Prozent. Der Durchschnitt bewegt sich bei 11,3 Prozent und damit leicht unter den Anforderungen der Mühlen von 11,5 Prozent. Es gibt Mühlen, die Weizen mit weniger als 11,0 Prozent nicht annehmen. Offenbar gibt es genug Ware aus Osteuropa und auch der Ukraine.

Sommergerste leidet weiterhin unter zu schwachen Vollgerstenwerten. 60 bis 80 Prozent und Erträge von 4,0 bis 7,0 t /ha treten bei im Herbst gesäter Sommergerste auf. Bei im Frühjahr früh gesäter Sommergerste zeigen die Erträge ein ähnliches Niveau und streuen stark. Spät gesäte Bestände sind noch nicht geerntet. Hier werden nicht mehr als 3,0 bis 5,0 t/ha erwartet. In Teilen Rheinhessens dagegen ist die Ernte abgeschlossen. Beim Weizen ist von durchschnittlichen Ergebnissen die Rede. Braugerste zeigt sich sehr heterogen. Das Kaufinteresse der Mühlen an A-Weizen nimmt zu. Die bisher geernteten Partien mit schwachem Eiweiß sind der Auslöser. Aber auch Brotweizen ist für vorn und den Termin September/Dezember aufgerufen. Franko Oberrhein sind Kurse von 242,00 €/t im August genannt. Am Niederrhein werden 251,00 €/t besprochen. Teilweise sind auch Partien ex Ernte gefragt. Hier sind allerdings Preisnachlässe an der Tagesordnung. In den vergangenen Wochen ist noch einiges an Getreide aus der alten Ernte an die Mühlen geflossen. Kraftfutterwerke sind nur gelegentlich für preislich günstige Partien am Markt. Das Angebot an Futtergetreide kann aus heutiger Sicht noch etwas umfangreicher werden, wenn die Qualitäten der noch zu erntenden Partien für die Mühlen nicht mehr passen sollten. (Quelle: agrarzeitung)